"DAMEN IM DOPPELPACK" 2007
wurde von vielen Frauen unterstützt, hier die Seite der Sponsorinnen
Das Tourtagebuch der Autorinnen Sandra Wöhe und Maria Eleftheria

Unser Tourtagebuch veröffentlichten
Shoe International Network, Sound Over The Rainbow und die lesbenforen.de.
Bei http://www.lesbenforen.de/ gab`s das Backstage-Feeling dazu.
Zudem begleitete das Internetradio Sound Over The Rainbow uns auf der Lesereise "Damen im Doppelpack". Shoe International Network veranstaltete einen Carspotting-Webbewerb, bei die "Busfrau", unser 18 Jahre alter Tourwagen, im Mittelpunkt stand.
Donnerstag, den 31.05.07: Der Tag davor
Morgen ist es also soweit: Meine erste große Lesereise -fast einen
Monat lang-, die mich kreuz und quer durch Deutschland führen wird.
Aber ich bin ja nicht allein, Maria Eleftheria ist mit von der Partie.
In meiner Wohnung sieht es aus wie in einem Marketingbüro kurz vor
dem großen Event. "Damen im Doppelpack" lachen mir von Postkarten
und Plakaten entgegen. Die Flyer der Sponsorinnen passen doch nicht mehr
in die Schachtel mit den Kurzgeschichtenheften, der Koffer quillt auch schon
über und wo ist eigentlich die Transportrolle für die Plakate?
Ich brauche erst einmal eine Pause.
Hm, das schmeckt! Aber halt, war dieser Wein nicht eine von den Flaschen,
die ich als Gastgeschenk mitnehmen wollte? Jetzt fehlen schon zwei. Einkaufen
muss ich also auch noch. Wie machen das eigentlich die anderen, wenn sie
auf Lesereise gehen?
Auf Wiederlesen!
Freitag, den 01.06.07: Stuttgart, Auf die Plätze, fertig!
Maria und ihr Bus warten schon auf mich.
Nun schmücken wir den Wagen mit den Sponsoreninnenaufklebern. Das sieht richtig gut aus: Fairlines Reisebüro, Schönbächler-Designerbörse,FrauenSchreibSchule und das Frauenlandhaus Charlottenberg an den Seiten, ganz prominent prangt das SHOE-Signet für den Web-Bewerb. Soll ich Euch die Lösung verraten?

Nein, dann hättet Ihr es zu einfach. Auf jeden Fall habt Ihr es deutlich leichter als wir: Mit vereinten Kräften und einer Trittleiter bringen Maria und ich das "Autorinnen on Tour" -Banner am Busdach an. Ich muss auf die Leiter, wenn Maria sich die Füße verknackst, war’s das schon mit der Reise.
Ich habe nämlich den Führerschein nicht bei. 
Nachher gehen wir ein bisschen Stuttgart entdecken. Clara Zetkin wohnte
hier, Rosa Luxemburg besuchte sie. Ob der Rest der Stadt feministisch
gesehen auch unter einem so guten Stern steht?
Auf Wiederlesen!
Cosmopolitan Lounge, Poststr. 14, Mudau-Steinbach, 2.06.07
Lange haben wir sie geplant, unsere Lesetour 2007. Jetzt sind wir endlich
unterwegs. Maria Eleftheria sitzt am Steuer. Und ich sage ihr, wo’s
lang geht. Natürlich nur auf der Reiseroute. Die bringt uns heute
von Stuttgart nach Mudau-Steinbach.
Ich bin schon sehr gespannt, was für ein Ort sich hinter diesem Namen
auftun wird. Auch Maria war noch nie dort. Ob Fuchs und Hase schon das
Begrüßungszeremoniell üben? Oder sind sie noch dabei,
die Bürgersteige nach einer geruhsamen Nacht wieder herunterzuklappen?

Vermutlich wird doch ein bisschen mehr los sein als in meiner Phantasie.
Aber die döst noch, für mich ist es eindeutig zu früh an
diesem Morgen.
... Auf Wiederlesen!
Frauencafe Heidelberg, Heinrich-Fuchs-Str. 9, Heidelberg, 3.06.07
Die Damen im Doppelpack können heute literarisches Quartett spielen: In Heidelberg sind Elke Heinike und Jule Blum mit auf dem Podium.

Die beiden habe ich auf der letzten Buchmesse in Frankfurt kennen gelernt.
Ich bewundere ihren unermüdlichen Einsatz für den Lesbenring
und schätze sie als Autorinnenkolleginnen. Sie tragen Texte mit Heidelberg-Bezug
zum Programm bei.
Danach gehen wir zu acht Frauen mexikanisch essen. Es wird in diesem Gartenlokal
recht spät für uns. Zum Glück kann ich ja ausschlafen.
Auf Wiederlesen!
Buchhandlung Himmelheber, Theaterstr. 16, Heidelberg, 4.06.07
Sonntag lief es ja sehr gut. Ob jemand unser Heidelberger Quartett heute
auch ein zweites Mal genießen will?
Den Tag über haben wir gefaulenzt, während draußen der
Regen prasselte. Unsere Gastgeberinnen Elke und Jule umsorgen uns liebevoll.
Dabei haben sie heute ja auch eine Lesung. Wir haben so viel gelacht,
dass ich in Gedanken mein Gepäck durchgehe. Habe ich die guten Schweizer
Halsbonbons dabei? Die müssen es schon sein, denn wer hat's erfunden?
Auf Wiederlesen!
LesbenArchiv, Klingerstraße 6, Frankfurt am Main, 5.06.07

Karin Weber, die die Traditionelle Lesenacht im lesbisch-schwulen Kulturhaus
organisiert, hat gute Nerven. Die brauchte sie auch: Maria und ich kamen
drei Minuten zu spät. Herr Grönemeyer ist Schuld - seinetwegen
wurden wir so oft umgeleitet, dass die Navi ausstieg. Aber es wurde dann
noch sehr lustig.Dass das mit Karin so sein muss, weiß ich seit
der letzten Lesenacht. Da machte sie mir vor versammeltem Publikum einen
Heiratsantrag. Und da sollte ich noch hochkonzentriert "Giraffe im
Nadelöhr"präsentieren!
Gut, dass Karin nicht auf den Antrag bestanden hat. Heute Abend stellte
sie mir ihre Freundin vor. Die beiden strahlen uns die Lesung hindurch
an und ihre positive Energie lässt uns den Grönemeyerstress
schnell vergessen. Die gute Stimmung überträgt sich auf das
Publikum. Was für ein schöner Abend!
Auf Wiederlesen!
Schönbusch Biergarten, Kleine Schönbuschallee 1, Aschaffenburg, 6.06.07
Heute gibt es zwei Fotos: Das erste zeigt, dass wir Damen im Doppelpack an diesem Abend als Trio auftraten, mit Inge Lütt aus der Schweiz als "special guest".

Uns und dem Publikum gefiel der Abend im Grand Bistro Schönbusch
sehr gut. Nach der Gemeinschaftslesung wurde es wieder lang und lustig.
Hoffentlich ist das ein Fazit, das Maria Eleftheria und ich nach dieser
Mammut-Lesereise auch ziehen werden.
Das zweite Bild entstand während des Radiointerviews bei Sound
Over The Rainbow.

Auf Wiederlesen! Oder vielleicht auch: Auf Wiederhören?
Frauenzentrum Mainz e.V,, Walpodenstr. 10, Mainz, 7.06.07
Maria & Sandra in Lesbenring
- Shirts.
Sieben ist meine Glückszahl. Heute war der 7. Juni, also was konnte
da noch schief gehen? Aus dem tiefen Odenwald ging die Fahrt Richtung
Mainz. Das Frauenzentrum fanden wir gleich. Ein schöner Ort, hell,
licht und gemütlich. Gutgelaunte Frauen.
Als die Lesung begann, sprang schnell der Funke über. Sandra und
ich wurden von Humor und Wohlwollen getragen. Zum Abschluss verwöhnten
uns die Damen. Es gab einen großen Teller, liebevoll drapiert mit
allem, was das Herz -oder besser der nun hungrige Magen begehrte.
Liebe Frauen, wenn uns bei jeder Lesung solch tolle Atmosphäre begegnet,
kann unsere Reise noch lange weiter gehen!
Herzlich - Maria Eleftheria
Frauenlandhaus Charlottenberg, Holzappeler Str. 3, Charlottenberg, 8.06.07
Ab heute werde ich Charlottenberg nie mehr mit dem Berliner Stadtteil
Charlottenburg verwechseln.
Statt in Preußen sind wir im Westerwald gelandet. Ich möchte
gar nicht mehr weg von hier: Das Frauenlandhaus ist ein wunderschöner
Ort, an dem überall zu spüren ist, dass er in Frauenhand ist.

Der Gedanke an die nächsten 22 Tage Lesereise macht mir ein bisschen Bauchgrimmen. Aber jetzt kann ich ja erst einmal entspannen. Wohlig grunze ich unter der Shiatsu-Massage. Iris und Manuela, die das Haus für den Verein Frauenlandhaus Charlottenberg führen, lassen sich eine Menge einfallen für das Wohlbehagen ihrer Gästinnen. Ich werde ganz sicher wieder kommen.
Auf Wiederlesen!
Café Rosa Mond e.V., Lierenfelder Straße 39, Düsseldorf, 9.06.07
Erstklassiges Düsseldorf! Gut, das heißt zunächst nur, dass ich mein erstes Schuljahr hier zugebracht habe, aber immerhin! Da ist doch unsere heutige Lesung sicher ein Heimspiel für mich. Hoffentlich.

Aber hier im Café Rosa ist es sowieso gemütlich. Vor vierzig
Jahren war ich ein bisschen zu jung, um schon eine Vorliebe für das
Düsseldorfer Altbier zu entwickeln. Aber vielleicht ist heute ja
die Gelegenheit dazu. Nach der Lesung. So soll Lore Lorentz vom Düsseldorfer
Kommödchen auch gehalten haben. Um sie kennen zu lernen, war ich
damals zu jung. Und jetzt ist es zu spät, die legendäre Kabaretistin
live zu erleben.
Meine Lektorin lässt es sich schon schmecken. Ich kenne sie seit
vier Jahren, aber an diesem Abend sehen wir uns zum ersten Mal. Sie sieht
viel weniger streng aus, als ihre E-Mails zu meinen Texten mich vermuten
ließen. Oder liegt es am Alt?
Auf Wiederlesen!
Kneipe Hempels, Ziegelhofstr. 83, Oldenburg, 10.06.07
Ja, Altbier ist lecker. Aber ich war brav, weil ich Maria nicht zumuten
wollte, einen "Kater" nach Oldenburg mitzunehmen.
Wie kam ich nur darauf, diese moderne Universitätsstadt mit ihrem Horst-Janssen-Museum
für ein Dorf zu halten?
Foto: Maria Eleftheria
Ganz begeistert bin ich auch vom Regenbogenhaus Na Und e. V. Mit ihm ist
den Lesben und Schwulen der Region ein Zeichen gegen Diskriminierung gelungen,
von dem wir in Zürich noch träumen.
Unsere Lesung fand in der Regenbogenhaus-Kneipe bei "Hempels"
statt. Das Publikum musste nicht unters Sofa, sondern saß ganz gemütlich
am runden Tisch. Die Frauen hatten viel Spaß, als ich meinen Büstenhalter
auspackte. Den Text aus "Mein heimliches Auge" meine ich.
Auf Wiederlesen!
Literaturhaus Schleswig- Holstein, Schwanenweg 13, Kiel, 11.06.07
Wo kann man in Zürich am weitesten sehen? Am Treffpunkt des Hauptbahnhofs.
Von dort aus hat man freien Blick zur Nordsee.
Aber heute habe ich Gelegenheit, nicht nur ein Fischgeschäft mit
begehrlichen Blicken zu umstreichen, sondern das Meer selbst zu riechen.
Auf geht’s nach Kiel.
Abends wird es richtig offiziell: Wir lesen im Literaturhaus Schleswig-Holstein
und reihen uns damit in eine Liste prominenter Namen ein.

Danach gehen wir zum geselligen Teil über: Mit Matjeshering. Darauf
freue ich mich ganz besonders.
Je spannender die Lesung, desto hungriger bin ich nachher. Und ich liebe
Fisch!
Auf Wiederlesen!
Frauencafé endlich, Dragonerstall 11, Hamburg, 12.06.07
Hamburg, ein Tor zur Welt, Vielfalt, die uns begegnet. Ich habe mich auf diesen Abend bei den Hanseatinnen gefreut. Karin und Linda kenne ich bereits von meiner ersten Lesereise. Herzlich wurden wir begrüßt.
Foto: Maria Eleftheria
Die Unterbringung in diesem Frauenhotel ganz im Zentrum der Stadt ist
etwas besonderes. Frau fühlt sich hier aufgehoben und wohl.
Aus der geplanten Veranstaltung im Garten wurde bei kühlem Abendwind
spontan ein Event in den behaglichen Räumen des Cafes. Wir heizten
den Frauen mit unseren Geschichten ein und wurden mit tosendem Beifall
belohnt.
Ein gelungener Abend für alle.
Bis zum nächsten Mal - Maria Eleftheria
W.E.T.-CLUBHAUS. am Mühlenteich, Erikastraße 196, Hamburg, 13.06.07
Im Publikum sind Gäste aus Asien. Wir sind eine gemütliche Runde,
in der ich mitten drin sitze.
Ich glaube, indonesische Gewürze zu riechen und Malaisch zu hören.
Es dauert eine Zeit, bis ich in meine professionelle Rolle hineinschlüpfen
kann, so weit bin ich in meiner Erinnerung zurückgereist.
Plötzlich spüre ich im Nacken einen zarten Hauch, der mich beflügelt.
Ich lese aus "Reis weicht Brot", der Geschichte einer indonesischen
Witwe und ihrer Töchter. Ungerufen sind ihnen die Geister der Heimat
nach Deutschland gefolgt -ich spüre die alte Magie, die mich seit
Anbeginn meines Lebens begleitet.
Die Zuhörenden fühlen sie ebenfalls, ihre Augen strahlen. Ein
größeres Kompliment kann es nicht geben. Zahlreiche Fragen
leiten nach der Lesung zu einer gemütlichen Plauderrunde über.
Auf Wiederlesen!
Café International, Ottenstrasse 1, Hannover, 14.06.07
Schwül und heiß war es auf der Fahrt von Hamburg nach Hannover. Selbst das Navigationsgerät verweigerte den Betrieb. Ich hätte den Wunsch nach Abkühlung etwas differenzierter aussprechen sollen, denn kurz vor Beginn der Lesung entleerten drohend schwarze Wolken ihren Inhalt über der Stadt. Zu unserer Freude ließen sich die Frauen davon nicht abschrecken. Sie kamen zahlreich zum Cafe International. Es wurde ein sehr schöner Abend und Gunda, unsere Veranstalterin, hat uns kulinarisch verwöhnt.

Bin ich froh, dass ein Teil meiner Hosen mit flexiblem Gummibund ausgestattet sind!
Herzlich - Maria Eleftheria
Freitag, den 15.06.07: Unterwegs
Heute haben wir frei - auch vom Tagebuchschreiben.
Auf geht's nach Berlin!

15. LesbischSchwules Stadtfest Berlin, 16.06.07
Für das Rainbow-Radio berichten wir der Redakteurin Manuela Wehrle von unserer Lesereise "Damen im Doppelpack" und dem Carspotting-Wettbewerb bei SHOE, der ihn begleitet.
In die Liveübertragung mischt sich der Trubel des lesbisch-schwulen Straßenfests am Nollendorfplatz.

Was für ein Event! Das größte seiner Art in Europa. Und
wir mittenmang dabei.
Heute dreht sich die Welt einfach anders herum. Hier sind Heterosexuelle
in der Minderheit. Als eine Frau einen Mann küsst, denke ich: "Moment,
das ist doch nicht normal! In der Öffentlichkeit das andere Geschlecht
küssen?"
Ich glaube, ich sollte mal ausschlafen. Aber zuerst geht es heute Abend
in die ]BegIne. Zur Lesung. Morgen haben wir "frei". Ich freue
mich auf den Liegestuhl im Garten.
Auf Wiederlesen!
BEGiNE - Treffpunkt und Kultur für Frauen e.V., Potsdamer Str. 139, Berlin, 16.06.07
Zwanzig Jahre nannte ich diese Stadt mein zu Hause. Erinnerungen begleiten
mich, gelebte Subkultur, deren Bestandteil auch die BEGiNE war.
Heute bin ich keine Besucherin. Als "Damen im Doppelpack" bereiten
wir den Frauen eine exotisch-erotische Lesung der besonderen Art.
Bei keiner bisherigen Veranstaltung war ich dermaßen nervös.
Es mag daran liegen, dass ein Teil der Zuhörerinnen zu meinem Freundinnenkreis
gehört. Oder daran, dass ich um den hohen Anspruch bei dem kulturellen
Angebot in dieser vielfältigen Metropole weiß.

Meine Aufregung legt sich, als ich zu lesen beginne und wieder gelingt es, der Funke springt über. Die unterschiedliche Art von Sandra und mir, die sich perfekt ergänzt, kommt an. Bei den anschließenden Gesprächen geben uns die Frauen ein tolles feedback.
"Wat ein juter Abend, ick komme wieder!" - Maria Eleftheria
Sonntag, den 17.06.07 und Montag, den 18.06.07:
Heute haben wir frei - auch vom Tagebuchschreiben.
Auf geht's in den Liegestuhl!
Foto: Maria Eleftheria
Frauenzentrum Weiberwirtschaft, Robert-Franz-Ring 22, Halle, 19.06.07
Eine Freundin hatte mir von Halle vorgeschwärmt, der Stadt ihres
Lieblingskomponisten Händel. Von den Bauruinen in den Seitenstraßen
hatte sie nichts gesagt, nichts von Geschäftsaufgaben und wenig über
die Situation in den immer noch Neuen Bundesländern.
Aber sie hat recht: Halle ist schön. Und Halle hat mit der Weiberwirtschaft
ein ganz besonderes Frauenzentrum. Leider nicht mehr lange - der Vermieter
hat gekündigt, neue Räume sind nicht in Sicht. Schade, denn
die Weiberwirtschafterinnen umsorgen uns und die anderen Gäste bei
unserer ersten Lesung im Osten Deutschlands so richtig herzlich.

Auf Wiederlesen!
frauenkultur e. v. Leipzig , Windscheidstr. 51, Leipzig, 20.06.07
Das erste Mal war ich in Leipzig zur Buchmesse, um "Mara und die Feder
des Domai" zu präsentieren. Diesmal sind Sandra und ich vom Frauenkulturverein
eingeladen.
Als wir bei der angegebenen Adresse ankommen, stehen wir vor einem Fabrikgelände
mit teilweise leer stehenden Hallen. Die Photographin in mir würde
am liebsten die Kamera nehmen und auf Entdeckungsreise gehen. Von Menschen
verlassene Räume mit ihrem morbiden Charme faszinieren mich. Leider
ist dafür keine Zeit. Bevor wir den Besucherinnen das Lesevergnügen
der besonderen Art bereiten, halte ich wenigstens die farbenfrohen Wandmalereien
am Kulturzentrum fest.
Heute mit einem Bildergruß - Maria Eleftheria
Café Kontakt, Prießnitzstraße 18. Dresden, 21.06.07
Elbflorenz! Frauenkirche, Semperoper, Zwinger, Grünes Gewölbe und und und. Genau: Und das Café Kontakt in der Innenstadt. Es ist sehr gemütlich, aber trotzdem fremdle ich ein bisschen. Ich verstehe nämlich höchstens jedes dritte Wort, und das auch nur, wenn die Reisegruppe aus dem Wallis zählt, die eben unseren Weg kreuzte. Auch ohne Busgesellschaften können wir uns über zahlreiche Besucherinnen bei unserer Lesung freuen. Darunter ist auch die Zeichnerin der Giraffe, die auf den Buttons, Lesezeichen und Magneten prangt.

Wir sind im "Lümmelraum" mit roten und gelben Kissen auf
dem Diwan unter einem Baldachin - das Wetter macht uns einen Strich durch
die ursprünglich geplante open-air-Veranstaltung.
Nach drei Nächten am See sind wir wieder ausgeruht und entspannt.
Heute Nacht geht es noch weiter Richtung Bamberg. Ob dort das Carspotting
für den SHOE-Webbewerbauch funktioniert?
Auf Wiederlesen!
Aidsberatung Oberfranken, Willy-Lessing-Str.16, Bamberg, 22.06.07
Den beiden Damen geht es gut. Bester Laune und erholt stehen sie vor ihrem
Publikum. Kaum zu glauben, dass sie schon so lange mit der Busfrau unterwegs
sind.
Für die Aidsberatung Oberfranken haben Maria und Sandra noch einmal
meinen "dicken Müller" eingeladen, weshalb der heutige Bericht
von mir kommt. Das Publikum füllt rasch den Raum,weitere Stühle
werden herbeigeschafft. Auch ein paar Männer wollen die "Damen
im Doppelpack" erleben und hören gespannt auf Sandras und Marias
Berichte aus der lesbischen Lebenswelt.

Im Publikum sind auch Mitglieder der "Giraffenwerkstatt".
die Sandra ein T-Shirt überreichen. Sie macht den Spaß mit
und zieht es für die Lesung über.
Anschliessend bittet "uferlos" zur Party, aber Maria und Sandra
müssen wieder los: Die nächste Station ist München und
die Busfrau scharrt schon unruhig mit den Reifen.
Gute Fahrt wünscht
Atelierhaus der Glockenbachwerkstatt, Baumstraße 8, München, 23.06.07
Auf München habe ich mich besonders gefreut. Meine Webhexe, Sabine
Mairiedl, wohnt hier und jedes Mal, wenn ich zum Arbeiten da bin, zeigt
sie mir ihre Lieblingsstellen in der Stadt.
Bei der Lesung im Atelierhaus der Glockenbachwerkstatt erwartet mich eine
Überraschung: Zwei der drei Damen vom Cover meines Romans "Giraffe
im Nadelöhr" sitzen im Publikum. Wie die anderen Zuhörerinnen
haben auch sie viel Spaß mit Maria, mir und unseren Texten.
Foto: Mairiedl.de
Nach der Lesung wird der Abend im Café Glück noch lang. Aber Maria und ich können ja ausschlafen -jede in "ihrem Zimmer": Maria schläft im Wohnwagen, die Busfrau hält das Bett für mich bereit.
Auf Wiederlesen!
Zweistein
Bar & Café, Giselakai 9, Salzburg, 24.06.07
Eines steht fest: Die Busfrau ist keine Gebirgsziege. Treu und brav zieht
sie den Wohnwagen, aber Steigungen fallen ihr doch schwer. Wir erreichen
Salzburg und entspannen uns erst einmal am Flussufer.
Im "Zweistein" lesen wir vor gemischtem Publikum: Männer
und Frauen lauschen gespannt unseren Texten. Wir lesen per Mikrophon.
Das braucht es auch, denn die Eiswürfelmaschine hinter der Bar glaubt
sich wohl bei einem Karaoke-Wettbewerb. Zu allem Überfluss sorgt
draußen auch noch ein Wolkenbruch für Hagelkörner in Murmelgröße.
Foto: Maria Eleftheria
Ich bin froh, dass wir nach der Fahrt erst einmal Kraft getankt haben. Wir fahren gleich weiter Richtung Wien. Hoffentlich ist das Wetter dort besser.
Auf Wiederlesen!
Wien, 26.06.07
Vor 15 Jahren bin ich mit meiner damaligen Freundin den Radweg entlang der
Donau von Passau nach Wien gefahren. Die Reise ist mir noch so lebhaft in
Erinnerung, dass ich mich wundere, als ich mein Wien nicht mehr erkenne.
Damals saß ich stundenlang in der Straßenbahn und fuhr die Ringstraße
entlang. Der Reiseführer erzählte mir für jedes Haus eine
Geschichte und ich war sicher, keine davon zu vergessen. Ich weiß
noch, dass ich etwas über die Staatsoper wusste, aber was war das nur?
Mit einem Ruck fährt die Tram wieder an und ich entdecke zwei Museen
weiter etwas, das sich überhaupt nicht verändert hat.
Immer noch hat der kleine Kiosk Käsekrainer im Angebot. Nach und nach
kehren die Erinnerungen zurück. Gute alte Ringbahn, auf dich ist eben
Verlass. Selbst mit Verspätung.
Ich habe viel Zeit: Maria ist damit beschäftigt, ihre Ausstellung "KITASA"
aufzubauen. Ich erobere mir einstweilen die Stadt zurück. Ob die Käsekrainer
immer noch so gut sind wie damals? Versuch macht kluch.
Auf Wiederlesen!
Siebensterngalerie, Siebensterngasse 25, Wien, 28.06.07
Vernissage "Kitasa"
Foto: Renée Kellner
Wie viel Adrenalin verträgt ein Mensch? Und wie kann es sein, dass
ich bei so wenig Nahrungsaufnahme so oft auf Toilette muss? Das waren für
mich die zentralen Fragen kurz vor meiner ersten Ausstellung ... .
Jetzt, im Nachhinein finde ich kaum Worte für diesen unvergesslichen
Abend.
"KITASA" wurde von einer Griechin, die einfühlsame Worte fand, eröffnet. Sandra Wöhe spannte mit ihrer Lesung aus dem Manuskript "Reis weicht Brot" passend den Bogen zu dem Thema "menschliche Spuren in verlassenen Häusern auf Kreta".
Beim anschließenden Rundgang fühlten sich die BesucherInnen von meinen Photographien berührt. Nach all den positiven Rückmeldungen ist mein Resümee: Es gibt nichts Gutes, außer "Frau" tut es!
Herzlich - die Photographin Maria Eleftheria
FZ-Bar, Währinger straße 59/6, Wien, 29.06.07
Meine letzte Lesung! Zumindest für diese Reise.
Natürlich hat sich Routine eingespielt, aber ich bin vor jedem Auftritt
nervös, als wäre es mein allererstes Mal. Die Frauen im Zuschauerraum
schauen mich erwartungsvoll an. Ich beginne zu reden und schon biegen sie
sich vor Lachen.
Habe ich etwa wieder zu schnell gesprochen und aus "Nicht ohne meinen
Büstenhalter" einen Bürstenhalter gemacht? Au weia. Ich brauche
Ferien. Aber erst will ich Spaß haben. Wie beim ersten Mal. Und bei
den vielen Gelegenheiten seither.
* * * * * * * *
Spaß hatten wir alle, Maria, 
Fotos: Renée Kellner
ich
und das Publikum.
Die Zeit ist wieder wie im Flug vergangen.
Nun ist die Lesereise vorbei. Und das ist auch gut so. Aber ein bisschen
schade ist es auch.So viele neue Eindrücke gab es, so vielen interessanten
und liebenswerten Frauen bin ich begegnet!
Ob ich es schaffe, mich an sie alle auch noch nach Jahren zu erinnern? Jedenfalls wird die Tour als "Damen im Doppelpack" lange nachleuchten. Auch wenn die Einzeleindrücke sich vermischen werden: Es bleibt ein Gefühl, das mich lächeln lassen wird - immer wieder, immer neu.
Ein herzliches Dankeschön all den Frauen, die uns zauberhafte und unvergessliche Augenblicke geschenkt haben!

Foto: Renée Kellner
Ohne Euch fuhren wir in die weite Welt.
Mit Euch kamen wir ans Ziel.
Wir danken für die Herzlichkeit -und sind immer noch gerührt.
Mit einer stillen Verbeugung
Sandra Wöhe & Maria Eleftheria


Foto: Renée Kellner
Auf Wiederlesen
PS: Mit Eurer Hilfe konnte "Damen im Doppelpack" der Krebsliga Zürich 200 Euro bzw. 400 sfr.überweisen.
Vielen herzlichen Dank für Eure Grosszügigkeit.
weitere Veranstaltungsbilder mit der Autorin Maria Eleftheria ->
